Noch vor 300 Jahren war die Prärie in Nordamerika Bison bevölkert, man ging von ca. 30 Millionen Tieren aus. Sie waren von Kanada bis nach Mexiko zu finden. Diese Tiere lebten in kleineren und auch in sehr großen Herden zusammen. Für die Indianer Nordamerikas waren sie lebenswichtig, sie organisierten ihr Leben um den Bison herum. Ihre Nahrung, ihre Tipis, ihre Kleidung, Boxen, Taschen und vieles mehr haben sie aus dem Bison hergestellt. Einige Stämme so wie die Sioux, Cheyenne, Blackfoot und Crow gingen mit den Bisons - insofern sie auf ihrem Territorium waren - auf Wanderschaft, vorwiegend im Sommer. Im Winter hatten sie feste Lager.

indianer-bueffel-bison(Bildquelle: Wikipedia)

Die Anzahl der Tiere wurde von den Stämmen nie dramatisch reduziert. Sie legten Wert darauf, nur so viele Tiere zu töten wie sie auch benötigten. Das Gleichgewicht zwischen ihnen und den Bisons war ihnen sehr wichtig. Tatanka, so wie die Sioux ihn nennen, ist vom großen Geist den Stämmen zur Seite gestellt worden um sie zu versorgen und ihnen ein Leben in Einklang mit der Natur und dem großen Geist zu ermöglichen.

Die Indianer der Prärie hatten sehr unterschiedliche Jagdmethoden. Einige trieben die Tiere über Klippen, andere schlichen sich an die Tiere heran um sie dann mit Speeren zu attackieren. Egal wie sie es auch machten, sie hatten damit Erfolg. Erst mit dem Pferd änderte sich die Jagdmethode. Einzelne Krieger ritten direkt in die Bisonherde um ihren Mut zu zeigen. So stieg ihr Ansehen im Stamm: mit Pfeil und Bogen versuchten sie einige Bisons zu erlegen. Andere benutzten Speere oder Lanzen um an die Bisons heran zu kommen. Die Männer waren für die Jagd zuständig. Die Frauen und die Kinder, die dem Jagdgeschehen zusahen, nahmen die getöteten Tiere aus und kümmerten sich um das Fleisch. Das Fell wurde sofort bearbeitet, damit es nicht verdarb. Das Fleisch wurde teilweise getrocknet, damit wurde es für den Winter haltbar gemacht.

Es gab die Jagd im Sommer auf Bisons, die schon sehr gefährlich war, aber die Jagd im Winter stellte die Indianer vor besondere Probleme. Sie brauchten auch die Winterjagd, denn die Tiere hatten über den Winter ein sehr dichtes Fell, das die Indianer für ihr Bettlager und für die Winterbekleidung benötigten, da es in diesen Regionen sehr viel schneit. Im Winter ist die Jagd dadurch natürlich sehr erschwert. Nicht nur das Aufspüren der Tiere, sondern auch die Jagd im Tiefschnee ist sehr schwer und auch gefährlich gewesen. Für die Bisons war der Winter auch sehr anstrengend, die Futtersuche war durch den Schnee schwierig. Die Stämme der Prärie hatten sich so mit dem Bison ein Leben aufgebaut. Sie konnten sich ein Leben ohne diese Tiere nicht vorstellen.

Alles, was sie machten, alles, was sie waren, kam und ging mit dem Bison, ihre Kultur wurde vom Bison mitgestaltet. Das Tier gab Leben, es nahm aber auch Leben, es wollte mit Respekt behandelt werden. Diesen Respekt wahrten die Indianer. Die spirituelle Kraft des Tieres wurde gewürdigt.

bison-bueffel(Bildquelle: Wikipedia)

nordamerika-bison-bueffel(Bildquelle: Wikipedia)

Genau diese Würdigung und der Respekt, mit dem die Indianer diesem Tier gegenüberstanden, genau den ließen die Europäer fehlen, sie sahen in diesen mächtigem Tier nur ein Produkt, das man ausbeuten konnte. Die Betreiber der Eisenbahn, die quer durch Indianerland gebaut wurde, sahen im Bison nur eine billige Fleischquelle. Die Bisons wurden damals von Menschen wie Buffalo Bill im Auftrag der Eisenbahn geschossen, um die Nahrung der Eisenbahnarbeiter sicherzustellen.

Bei dieser Jagd ging es nicht um Nachhaltigkeit, um schonenden Umgang mit den Ressourcen der Natur, nein, es wurde wahllos in die Herde geschossen. Bei einem solchen Massaker gingen schon mal 2000 bis 3000 Tiere drauf! Dass man damit den Indianern ihre Nahrungsgrundlage wegnahm, war den Jägern bewusst und gewollt. Man wollte ihre Würde und ihre Unabhängigkeit zerstören.

bueffel-leder-bison(Bildquelle: Wikipedia)

In nur 20 Jahren haben es die Europäer geschafft, die ganze Population der Bisons auf ein Minimum zu reduzieren. Somit nahmen sie auch den Indianern ihre Lebensgrundlage. Sie mussten nun, wenn sie nicht hungern oder sogar sterben wollten, in die Reservationen. Dort mussten sie sich den Regeln der Europäer unterwerfen. Insofern sie dies auch taten, gab es für die braven Indianer auch Lebensmittel, die aber immer von minderer Qualität waren. Die Indianer, die sich davon ernährten, wurden krank, nicht nur körperlich, nein, besonders seelisch, spirituell.

Für die Bisons sowie ihrer Begleiter, die Indianer, war die Zeit gekommen, in der sie Vergangenheit wurden.

Ihr Land wurde zu dem, was man heute kennt, die USA, ein Land, in dem die Freiheit nur auf dem Papier steht!

bison-indianer-05(Bildquelle: Wikipedia)

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