Für die Stämme der First Nations ist das Land und seine Natur untrennbar vom Menschen. Das Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur ist erstes Gebot. Erde, Luft, Wasser und Feuer haben einen hohen Stellenwert im Leben der Stämme. Das Medizinrad der Stämme drückt die Verbundenheit zur Natur und ihren Gesetzen aus. Alle Tiere und Pflanzen sind Brüder und Schwestern der Menschen, sie dürfen nicht einfach so ausgebeutet werden.

Der Große Schöpfer (Manitu) hat den Menschen mit der Natur und den Tieren gleichgestellt.

Das Leben mit und von der Natur bestimmte Jahrhunderte das Leben der Stämme, sie nutzten alles, was die Natur ihnen zur Verfügung stellte. Sie waren Jäger und Sammler, ein wenig Ackerbau gab es auch, ihr Rhythmus war von der Natur vorgegeben, sie achteten jedes Leben und bedankten sich beim Großen Vater dafür, dass er es ihnen ermöglichte, so zu leben. Der Respekt vor den Geschöpfen beschreibt ein Gebet der Irokesen:

 

DANKGEBET DER IROKESEN

Wir wurden zusammen
mit allen Geschöpfen
auf diese Erde gesetzt.
Alle diese Geschöpfe,
auch die kleinsten Gräser
und die größten Bäume,
sind mit uns eine Familie.
Wir sind alle Geschwister
und gleich an Wert
auf dieser Erde.


Das Wissen über die Geheimnisse der Natur wurde von den Schamanen und Heilern in bestimmten Zeremonien an den Stamm weitergegeben. Es war eine in allen Belangen harmonische Beziehung zum Schöpfer.

Bestimmte Zeremonien, die für die spirituelle Lebensweise der Stämme wichtig waren, sind:

  • Der Sonnentanz
  • Die Schwitzhütte
  • Das Pfeifenritual
  • Die Geburt eines Kindes
  • Heirat
  • Der Wechsel der Jahreszeiten
  • Die Jagd
  • Der Kampf gegen andere
  • Der Tod

 

Das Leben heute steht leider nicht mehr so in der Tradition der alten Zeit. Die Stämme heute kämpfen in ihren Reservaten gegen den Drogenmissbrauch. Vor allem Alkohol zerstört die Familienbande. Das spirituelle Leben kann so nicht statt finden. Da die Reservate unterentwickelt und sehr trostlos sind, wenden sich immer mehr Stammesmitglieder ab und ziehen in die Städte des Weißen Mannes. Das hat zur Folge, dass ein gesundes Stammesleben so nicht mehr möglich ist.

Das Christentum trägt auch dazu bei, dass die spirituelle Identität der Stämme immer wieder in Zweifel gezogen wird.

Es gibt die Versuche einzelner, ein traditionelles Leben zu führen, was aber leider immer wieder zu Konflikten führt mit denen, die so nicht mehr leben möchten.

In der Zeit von 1870 bis 1970 sind die Kinder der First Nations von den Weißen in Internate gebracht worden. Das war der Tod für das spirituelle Leben der einzelnen Stämme. Mit dem Verlust der Kinder verloren sie auch die Möglichkeit, als Ganzes zu leben, es fehlte immer ein wichtiger Teil! Die Kinder wurden in einem Alter von 5 Jahren weggebracht und zwar immer gleich ein paar hundert Kilometer entfernt von den Eltern. Ihnen wurden die Haare geschnitten, sie durften ihre Sprache nicht mehr sprechen, die Kleidung musste weißen Ansprüchen folgen, Stammeskleidung wurde verbrannt! Eine Gehirnwäsche mit christlicher Ausrichtung folgte im Anschluss daran und dauerte meistens 15 Jahre lang, was die Kinder natürlich innerlich von den Eltern trennte. Nach der Rückkehr ins Reservat waren die Kinder entfremdet und konnten sich meistens nicht mehr in die Stammesgewohnheiten einleben. Sie fielen Drogen zum Opfer und somit dem Weißen Mann!

Heute wächst wieder eine Gemeinschaft heran, die sich mit dem spirituellen Leben ihres Volkes auseinandersetzen, was gut ist!

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